Über uns

Persönliche Worte zum Geschäftsführer

Norman Kosin, Bild: GuteKueche.at

In diesem Blog-Special geht es um die Vorstellung des Geschäftsführers. Denn dieser Geschäftsführer ist nicht irgendeiner, sondern es ist mein Ehemann Norman. Somit ist es mir ein besonderes Anliegen, ihn hier zusätzlich zu dem Über uns Bereich einmal genauer vorzustellen und zu beschreiben, warum genau er als Geschäftsführer seinen Platz findet und was uns gemeinsam so besonders macht.
Bereits Anfang Feber hatte ich im seine Anstellung bekannt gemacht.

Die Besonderheit fing bereits zum privaten Kennenlernen an. Damals, im November des Jahres 2004, fuhr ich, wie einmal pro Monat während meiner Ausbildung üblich, von der Insel Sylt mit dem Zug zur Berufsschule in die Hansestadt Lübeck. Umsteigen musste ich am Hamburger Hauptbahnhof und wollte dort meinen Durst stillen, indem ich mir beim dortigen McDonalds eine Cola holen wollte. Ich sparzierte also in das Fast Food Restaurant hinein, nichts ahnend, dass ich beobachtet wurde. Mein heutiger Mann saß als Gast zusammen mit seiner Kollegin am Tisch und schwärmte über mich mit den Worten „Das ist meine Frau“. Davon bekam ich aber noch nichts mit.
Wie damals üblich konnte man sich für seine Getränke aus dem separaten Kasten dann den Strohhalm nehmen. Hinter diesem Strohhalm Kasten saß der Norman mit seiner Kollegin am Tisch. Wie es der Zufall so wollte, kannte ich seine Kollegin bereits, sie war vor kurzem noch meine Azubi-Kollegin, wollte jedoch den Betrieb wechseln. Somit grüßten wir uns flüchtig. So schnell ich sie gesehen hatte, so schnell war ich auch wieder weg. Ihre männliche Begleitung hatte ich gar nicht wahr genommen. Aber wer mich kennt, der weiß, dass ich niemand bin, der sich in lange Gespräche verwickelt oder solche anstößt. 

Anscheinend hatte ich beim Norman einen bleibenden Eindruck hinterlassen, seine Kollegin hatte keinerlei Kontaktdaten von mir, wusste also lediglich, wo ich arbeite und zur Schule gehe, doch er bemühte sich, trotzdem diese zu organisieren. 
Es war schon interessant, dass wir die selbe Berufsschule gingen, aber uns dort bisher noch nie begegnet sind. 

Norman hatte schon damals die Eigenschaft, für das zu kämpfen, was er will und was sich richtig anfühlt. Er konnte meine Berufsschulfreundin ausfindig machen, die wiederum meine Telefonnummer hatte und sie ihm aushändigte. Er rief mich somit an. Doch ich ging nicht an. Ich kannte die Nummer nicht und telefonieren mag ich sowieso nicht. Die Anrufe in Abwesenheit häuften sich. Irgendwann schrieb er eine Sms. Ja, damals gab es eben noch kein WhatsApp 😉 

Aber ich will nicht in die Details gehen, das ist auch wenig relevant. Ich jedenfalls fand seine Art fürchterlich. Zu aufdringlich und zu sehr von sich überzeugt. Er redete viel und überwiegend von sich. Er prahlte mit dem, was er alles so hat und was er will, das war absolut nicht meine Welt.

Doch er ließ nicht locker, irgendwann telefonierten wir dann mal und bald darauf kam es dann zum persönlichen Treffen.  Und da wirkte er dann doch sympatisch, denn er akzeptierte mich und meine Wünsche. Er überredete mich nicht, länger zu bleiben als ich wollte und ließ auch mich zu Wort kommen. 

Letztendlich sind wir rund ein halbes Jahr später, also im Mai 2005, ein Paar geworden. 

Er zog auf die Insel Sylt, wir zogen in eine gemeinsame Wohnung. 
Trotz Liebe zum Beruf (Ausbildung Konditor) zog es ihn jedoch immer wieder in die „weite Welt“. Er wollte mehr als einfach „nur“ in der Backstube stehen und die Kuchen machen, welche vom Chef festgelegt sind. Das, was viele aus unserem Umfeld als „Macke“ ansahen, teilweise sogar ADHS meinten, diagnostizieren zu können und einen Gang zum Arzt dringend zu empfehlen, haben wir als Stärke angesehen. Und so kam es schon zu den ersten Reibungspunkten, womit unser Umfeld nicht so recht umzugehen wusste. Als Unternehmer tickt ein Charakter eben einfach anders. Und Norman ist sowieso ein anderer Typ Mensch, als die Gesellschaft es als „normal“ bezeichnen würde. Das, was auch ich anfangs als abstoßend empfand, entwickelte sich zu neuen Gedanken. Plötzlich hatte ich da jemanden an meiner Seite, der nicht versucht, mich so zu formen, wie es Familie und Gesellschaft gern hätten. Ich lernte das erste Mal jemanden kennen, der mich so liebte, wie ich war. Jemand, der meine Stärken erkannte, diese fördern und meine Wünsche erfüllen wollte. 
Während ich das Gefühl hatte, mein Umfeld fand meinen Arbeitsplatz einfach nur gut, weil es ein angesehenes Unternehmen auf der Promi Insel war, so sah Norman darin etwas ganz anders. Er sah, dass mir diese Arbeit wirklich Freude bereitete. Und das war es, was ihn erfreute. Nicht der öffentliche Status, sondern meine innere Zufriedenheit. 
Und während mein Umfeld immer daran interessiert war, beim Essen gewisse Regeln einzuhalten, so ging es bei Norman um etwas ganz anderes: Um den Genuss und des sich Freudemachens. Bei ihm ging es nicht darum, Kalorien zu zählen, auf Uhrzeit oder die Anzahl an Bissen zu achten. Etwas zu kochen, um einem anderen damit eine Freude zu machen, war für mich eine völlig neue Welt. Eine Welt, die mir bisher nur in der Theorie bekannt war. Während ich zuvor wegen Essstörung mich freiwillig in psychische Behandlung begab, so fühlte ich mich in Normans Gegenwart plötzlich fast wie geheilt. Nicht ich war fehlerhaft, sondern das Umfeld, welches mich zu jemand formen wollte, der ich weder bin, noch sein wollte.

Norman gab mir ein Gefühl von Wertigkeit. Wann immer ich an mir zweifelte, so holte er nicht seine Alltagsfloskeln raus, die man eben aus Höflichkeit sagt. Er gab mir ehrliche Feedbacks. Ja, manche davon waren vielleicht zu ehrlich, aber das war auch ein neuer Punkt, den ich erst lernen musste. Dass jemand kleine Kritik äußert, ohne dabei aber mich als gesamten Menschen zu verurteilen oder Änderung zu fordern. Es ist einfach etwas, was ihm auffällt, anspricht und dann mir überlässt, wann ich was wie draus machen möchte. Ich lernte dadurch auch, Unterstützung anzunehmen. Ich durfte Fehler machen, ohne dafür ausgelacht oder abgewertet zu werden. Bei ihm durfte ich so sein wie ich möchte, es brauchte mir plötzlich nichts mehr peinlich zu sein und mein Wert wurde nicht nach Erfolg gemessen.

Norman half mir dabei, meine Stärken zu erkennen, daran zu glauben und auf diesen aufzubauen. Er sah meinen wahren Wert.
Aber natürlich wollte auch er gerne, dass er so akzeptiert wird, wie er ist und mit seinen Stärken in der Arbeitswelt seine Kunden bereichern kann, aber Unterstützung annimmt, um an seinen Schwächen zu arbeiten. Obwohl Familie und Bekannte ihn gern als großmannssüchtig betitelten, konnte er Dank seines Glaubens an sich und seine Fähigkeiten, bereits die Insel Sylt mit verschiedenen Projekten vernetzen und deutschlandweit namhafte Kunden gewinnen. Seine Stärken liegen darin, der aktuellen Zeit immer ein Stück voraus zu sein, Ideen zu entwickeln, Projekte anzustoßen, Menschen zu vernetzen und die Stärken und Fähigkeiten jedes Einzelnen zu kennen. Während heutzutage viele Menschen nach Fehlern suchen und Positives übersehen, ist es bei Norman genau anders herum. Er konzentriert sich auf das, was ihn mit anderen verbindet und was man mit diesen Gemeinsamkeiten Positives bewirken kann. Und bei ihm stehen die Türen immer offen.

Doch so gut wir beide auf der Insel Sylt beruflich Fuß gefasst hatten und rein materiell gesehen auf dem Festland ein stabiles Leben aufgebaut hatten, so fehlte uns doch etwas im Herzen. Wir beschlossen, uns leiten zu lassen und -kurz gefasst- über mehrere Fahrten mit Wohnmobil sollte das Südburgenland unser Zuhause werden. Hier wollten wir, nachdem wir bisher nur getrennt gearbeitet hatten, nun gemeinsam ein Unternehmen aufbauen. Doch die Coronazeit hatte andere Pläne, sodass wir keine Arbeit und Aufträge fanden, die zu uns passten oder sicher erschienen. 
Doch mein Mann kannte meine Sehnsüchte natürlich gut, sodass er mich darin unterstützte, die Ausbildung zur Doula in Angriff zu nehmen und im Vereinswesen tätig zu sein. Ich gründete daher einen Schildkrötenverein und gemeinsam im anderen Verein forschten wir im Schokoladenprojekt. Rückblickend war diese Zeit sehr lehrreich, man könnte fast sagen, das Vereinswesen war eine Art Praktikum, um herauszufinden, ob wir gemeinsam mit unseren Ideen uns überhaupt selbstständig machen können oder wollen. Eigentlich waren wir sogar so begeistert, dass wir schon fast sagen würden, jeder, der sich selbstständig machen möchte, sollte sich zuerst als Verein langsam rantasten. Denn normalerweise stürzt man sich nach einem theoretisch perfekten Businessplan sofort ins Unternehmertum. Plötzlich muss man Buchhaltung machen, praktische Arbeiten erledigen, Mitarbeiterführung, Steuererklärung uvm. Die Ausgaben sind sehr hoch, die Einnahmen gering, die vorhergesagten Zahlen stimmen nicht ganz überein. Im Verein hat man sehr viel mehr Freiheit, ohne aber dass wir uns hier in illegalen Bereichen bewegen. Natürlich ist ein Verein nicht vergleichbar mit einem Unternehmen, so wie ein Praktikum eben anders ist, wie eine Ausbildung oder ein Angestelltenverhältnis. Aber als Übergang im Verein sich auszutesten, ehe man dann in die Selbstständigkeit geht, was in unserem Fall nahezu perfekt. Abgesehen davon, dass wir die Coronazeit, soweit es denn möglich war, gut überstehen konnten, so können wir nun mit diesen Ergebnissen arbeiten und darauf aufbauen.

Nachdem wir 2023 ein sehr schweres Jahr hatten, weil unser Freund, der Sohn unserer Vermieterin, uns wegen Eigenbedarf gekündigt hatte und wir kurz vor der Obdachlosigkeit standen ohne dass uns irgendjemand helfen wollte oder konnte. Aus unserem großen Netzwerk ist plötzlich eine winzige Anzahl geblieben. Als wir nichts hatten und auch in Güssing sich durch Hörensagen ein Ruf verbreitete bei Menschen, die uns nie persönlich kennen lernten, dennoch aber glaubhaft über uns redeten, nahmen viele Abstand. Insbesondere aus Angst, der eigene Ruf könnte durch Kontakt mit uns Schaden nehmen. 
Was genau in dieser Zeit, oder in diesen 4 Jahren Österreich, mit uns gemacht wurde, ist ein ganzes Buch für sich. Aber wir kämpften. Denn wir lieben diese Region und wir möchten diese Region bereichern, mit unseren Stärken. Denn wie ihr wisst, ist Normans Stärke, sich auf die Stärken zu konzentrieren und diese immer auszubauen. Wir fanden Dank unseres jetzigen wunderbaren Vermieters ein schönes Häuschen in Güssing, welches wir nun privat bewohnen.

Im Oktober 2023 meldete ich das Gewerbe an, im Dezember hatte ich dann die entsprechende Befähigung und Gewerbeberechtigung. Doch weil die Betriebsanlagengenehmigung zu lange dauerte, mussten wir uns wieder neu orientieren. So kam es, dass wir erst seit dem 1. Feber 2024 in den jetzigen betrieblichen Räumlichkeiten sind.

Aber zurück zum Thema: Warum ist mein Mann nun Geschäftsführer? Nun, ich bin Inhaberin, weil ich einfach das Herz der Schokolade bin. Seit 2003 arbeite ich damit und daher ist es auch mein Unternehmen geworden, es fühlt sich für uns einfach stimmig an. Doch mein Mann, der, wie wir bisher erfahren durften, nicht nur mich stärken und unterstützen möchte, sondern auch selbst seine Stärken kennt und damit arbeiten möchte, ist als Geschäftsführer ideal geeignet. Natürlich ist er nicht perfekt, aber im Gegensatz zu wildfremden Personen kenne ich seine Stärken und Schwächen seit vielen Jahren, in guten wie in schlechten Zeiten. Und diese Schwächen sind es, die sich mit mir ausgleichen. Wir funktionieren wirklich wie Zahnräder auf allen Ebenen. Was der eine nicht kann, kann der andere. Wir leben in einer positiven Abhängigkeit, wir unterstützen und bereichern uns. Wir motivieren uns und wir bauen uns auf. Wenn jemand von uns einen schlechten Tag hat, führt es nicht zum Streit, sondern zu einer extra Portion an Umarmungen. Wir sind nicht nachtragend. Missverständnisse, Überreaktionen oder Ungerechtigkeiten gibt es auch bei uns. Aber wir sprechen uns aus und gehen nie abends schlafen, ohne vorher die Sachen geklärt und liebevoll abgeschlossen zu haben. Wir entschuldigen uns für Fehler und loben uns für gute Taten. Norman ist jemand, der mit seiner Ehrlichkeit bei anderen hin und wieder aneckt. Aber wer ihn näher kennt und sich dem offen hingibt, der erkennt, dass diese Ehrlichkeit Fortschritt bringt. Weiterentwicklung ist mit ihm möglich, weil er nicht den gesamten Menschen oder ein gesamtes Produkt abwertet, sondern einzelne Punkte benennt. Und zu diesen Punkten hat er oftmals Lösungen. Und mit diesen Lösungen können wir arbeiten, oder gemeinsam andere Lösungen suchen. Norman und ich können jeder seinen eigenen Weg gehen, jeder genießt seine persönliche Freiheit, Entwicklung und Selbstbestimmung. Und doch sind wir so nah und unzertrennlich, wir sind immer verbunden. Dieser Zusammenhalt ist einzigartig. Ich kenne nur sehr wenig Menschen, die eine vergleichbare Ehe führen. Wer Beziehungstipps braucht, kann mal in meinem Video vorbei schauen 😉 

Mein Mann ist daher nicht nur auf emotionaler Ebene perfekt geeignet, als Geschäftsführer zu fungieren, sondern auch auf geschäftlicher Ebene. Während er die Stärke hat, im Vordergrund direkt mit Menschen zu sprechen, Designs zu erstellen und auf Kundenwünsche einzugehen sowie Mitarbeiter zu führen, so ist es meine Stärke, im Hintergrund für mich Schokoladen zu kreieren und im Büro die Papiere ein wenig zu sortieren.

Ein Unternehmen zu führen ist aber natürlich sehr herausfordernd, sodass wir langfristig auf jeden Fall auf Mitarbeiter angewiesen sein werden. Aber mit diesem Blog Beitrag lest oder hört ihr schon einmal die Beweggründe, weshalb ich meinen Mann als Geschäftsführer gerne und stolz präsentiere. 

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Bild: GuteKueche.at