Über uns Werdegang

Warum wir diesen Blog führen …

Warum wir diesen Blog führen …

Normalerweise bietet ein Unternehmen Einblicke in seine öffentlich einsehbaren Bereiche, eventuell stellt es noch seine Mitarbeiter vor mit ein paar Eckdaten zum beruflichen Werdegang und aktuell beruflichen Aufgabenbereichs. Mehr erfährt man oftmals nicht, und wenn doch, als einmaligen kleinen Einblick, zum Beispiel im Rahmen eines Zeitungs- oder TV Berichts.

Wir möchten gern ein wenig mehr Transparenz bieten, denn auch wenn uns bewusst ist, dass man dadurch eventuell den ein oder anderen Kritiker mehr fördert, so sind wir überzeugt, dass die Anzahl an Sympathisanten eine positive Balance halten wird, die letztendlich für alle wertvoll sein wird. 

Ist es nicht viel schöner, wenn man weiß, wer eigentlich hinter einem Unternehmen steckt? 
Wir zumindest merken immer wieder, dass einerseits mangelhafte Transparenz viele Fragen offen lässt, andererseits die Regionalität gefördert wird. Wir sind noch relativ jung, erlebten unsere Kindheit durch die 90er Jahre. Und dennoch merken wir, wie damals durch eine gute Nachbarschaft und den „Tante Emma Laden“ man sich gut kannte, Vertrauen pflegte und sich mochte und man heute eher anonym durch Großkonzerne scrollt.
Vielleicht ist es von uns auch ein bisschen die Suche nach diesen schönen Kindheitserinnerungen, während heute man Nachbarn kaum kennt und Maschinen hinter verschlossenen Türen unsere Fertignahrung zubereiten.

Und dennoch stellen wir fest, dass hier im Südburgenland die Vernetzung sehr groß ist und Erzeugung in Familienbetrieben Tradition mit Stolz führt. Man weiß, wer wo wohnte, welche Familie die Region wie prägte und viele von ihnen die Lebensweise anderer akzeptieren, auch wenn es nicht den selben Werten entspricht. Wir möchten gern daran anschließen und sozusagen das „Gute von damals“ mit dem „Guten von heute“ verknüpfen. Regionale Vernetzung, Mund-zu-Mund-Propaganda und Transparenz sollen ihren Platz haben, heute wie damals, für die Zukunft.
Dazu ist es nützlich, erst einmal zu berichten, wer wir eigentlich sind. Schließlich sind wir Zugezogene aus Deutschland, manche Wörter oder Traditionen sind uns völlig unbekannt. Wir möchten zeigen, wie wir unseren Weg gehen, welche Hindernisse es gibt und welche positiven Aspekte. Wir möchten uns integrieren und dennoch uns selbst treu bleiben.

Die häufigste Frage, die uns gestellt wurde, ist „wie kommt man dazu, hierher zu ziehen, hier ist doch nichts„. Viele, die hier ansässig sind, werten ihre eigene Heimat ab, was wir sehr schade finden. Aber jeder trägt eben seine eigene Geschichte im Gepäck. Wir kommen von der Nordsee, kennen mehr Regen- als Sonnentage und mehr Tourismus als Nachbarschaft. Status war dort besser angesehen als Charakter und insgesamt war es einfach nicht unser Platz dort oben. Wir vergleichen die Vorzüge des Südburgenlands, aber eben auch die Nachteile, somit zum großen Teil mit unserer ehemaligen Wohnregion, während die hier lebenden Einheimischen ganz andere Vergleiche ziehen, dazu kommt, dass jeder andere Vorlieben hat.

Wir jedenfalls haben durch „Zufall“ diese Region für uns gefunden. Wir haben hier alles, was wir brauchen. Natur, Einkaufsmöglichkeiten, gutes Wetter und freundliche Menschen. 

Für die Einwohner sind wir Fremde. Und diese Fremden wollen, nachdem sie genau hier vieles verloren haben, ohne Geld nun plötzlich ein Unternehmen aufbauen und such öffentlich nach Investoren und „beschweren“ sich drüber, dass niemand unter die Arme greift. Klingt ein bisschen komisch, wenn man es so formulieren würde, oder? Es ist leichter verständlich, was wir warum wie machen und fördert langfristig den Zusammenhalt, wenn man versteht, was wir warum wie wollen. Angefangen bei unserer Vorgeschichte und Werdegang soll es auch in der Chocolaterie Transparenz geben. Die Schokolade wird nicht heimlich umverpackt und als Eigen ausgezeichnet, sie wird auch nicht von Maschinen in Formen gefüllt. Unsere Schokoladen werden per Hand verfeinert, jede Tafel einzeln gegossen und jede Tafel einzeln mit Hand verpackt. Diese Schritte können über eine halboffene Produktion neben dem Verkaufsbereich beobachtet werden, … Sollte die Produktionszeit geschlossen sein, das Geschäft aber geöffnet, könnt ihr trotzdem in die Räume hinein schauen und langfristig via YouTube Kanal den Herstellungsprozess nochmal zuhause ansehen.

Wir merken, dass bei dem Werdegang viele Wege auf uns zukamen und zukommen, über die sonst kaum einer spricht. „Mit 0 Euro Startkapital zum erfolgreichen Unternehmer“ und „Man muss nur wollen, dann schafft man alles“ sind einfach nur leere Worte bzw. nicht ganzheitlich betrachtet, die wir im Laufe unserer Zeit hören durften. Was bedeutet es, tatsächlich diesen Weg zu gehen? Über Finanzen und über seelische Entkräftung zu berichten wird oft als Schwäche, Faulheit oder mangelnde Disziplin gedeutet. Warum ist das so? Weil das Verständnis für diesen Weg fehlt?! Oder weil „man das nicht macht„? Viele gehen den Weg nicht, oder anders. Mit drei Kindern im Gepäck ist es schwerer als kinderlos (auch wenn das nur wenige wirklich öffentlich zugeben wollen), und mit Mitte 30 zu starten ist auch eine andere Hausnummer als 10 Jahre früher oder später. Auch ist es anders, ob man Österreicher ist oder Deutscher, ob man einen Meistertitel trägt oder nicht, ob man familiäre Unterstützung hat oder ganz alleine kämpft. 

Wir möchten mit den regelmäßigen Blog Beiträgen nicht nur die Lust am Schreiben und Einlesen ausleben, sondern euch mitnehmen auf unserer Reise. Dabei geht es nicht darum, zu verallgemeinern („alles„, „jeder„, „immer„) zu sprechen, sondern es geht um unseren eigenen Weg. Um uns als Menschen, um unsere Erfahrung, um unsere Träume und Hindernisse.
Wir denken, dass wir durch diese Transparenz durchaus positiv wirken können, sofern Leser/ Zuhörer offen sind, dass da jemand ist, der plötzlich Themen anspricht, über die sonst nicht gern geredet wird. Oder wer redet vor Firmengründung über seinen abgelehnten Kredit? Wer redet darüber, dass Phasen schwierig sind, noch während er sich in dieser schwierigen Phase befindet? Wer redet über die Dauer eines Werdegangs, noch während er sich darin befindet? Wer spricht Hindernisse an? Wer glaubt an seine Träume, noch bevor diese (vollständig) erfüllt sind? Oft ist es doch so, dass man nur starke Menschen sehen will. Man redet zwar drüber, dass auch Tränen Stärke sein sollen, aber erfahrungsgemäß ist das Ansprechen von Armut oder Depressionen dann doch nicht so gern gesehen. Wir sind anders. Wir zeigen die Schritte, die sich hinter den Kulissen abspielen, quasi „real life“. Das, was sonst hinter verschlossenen Türen statt findet, oder erst thematisiert wird, wenn man erfolgreich fest im Unternehmerleben steht. Wir jedenfalls hätten uns mehr realitätsnahe Informationen gewünscht, um leichter durch diesen Weg navigieren zu können. Und bei manchen Firmen würden wir es schön finden, etwas mehr über die Menschen, die dahinter stehen, zu erfahren.

Wir möchten uns als Familie präsentieren, so, wie wir sind. Wir möchten uns regional eingliedern, möchten Teil der hier lebenden Menschen sein. Und so kann es passieren, dass hier auch Blog Beiträge ihren Platz finden werden, die auf dem ersten Blick gar nichts mit Schokolade zu tun haben. Weil es darum geht, unsere Gedanken mit euch zu teilen. 

Wir jedenfalls freuen uns über den „zufälligen“ Weg hierher ins Südburgenland gefunden zu haben und wir freuen uns, hier willkommen geheißen zu werden. Wir freuen uns, hier sein zu dürfen und wir freuen uns, genau hier den Platz zur Realisierung unserer Chocolaterie zu haben.
Wer mehr über uns erfahren möchte, kann daher durch unseren Blog stöbern. Und wer sich nur auf das eigentliche Kerngeschäft konzentrieren möchte, findet unsere Erzeugnisse im Onlineshop oder, sobald wir eröffnet haben, im Geschäft direkt vor Ort.