Hinter den Kulissen Über uns

Unser erster Betriebsurlaub seit der Eröffnung – und warum wir ihn brauchen

Unser erster Betriebsurlaub seit der Eröffnung – und warum wir ihn brauchen

Am 1. Juni beginnt unser Urlaub, der erste seit der Eröffnung. Wer aber glaubt, wir setzen uns in den Flieger und genießen Sonne unter Palmen, ... nein nein, so läuft das Leben als Selbstständiger nicht ;-)

Aber erst eine wichtige Info vorweg:
Unsere Chocolaterie vor Ort wird in dem Zeitraum geschlossen sein und das Telefon dort nicht besetzt. Der Onlineshop bleibt davon jedoch unberührt: Wer Schokolade bestellen möchte, kann dies über www.kosilade.at erledigen und sich das süße Paket bequem nach Hause liefern lassen.


Warum wir pausieren, und wie es danach weiter geht
Zur Eröffnung im März 2024 starteten wir mit einem zu uns passenden Konzept, aber eine abgewandelte Version des Ursprungs von vor der Coronazeit. Unser Ziel im Konzept war, das Hauptgeschäft über den Onlineshop zu sichern, den Restverdienst über Laufkundschaft und Wiederverkäufer.
Aber nicht umsonst gibt es das Sprichwort "Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, mache dir einen Plan". Pläne sind gut und wichtig, aber die Realität spiegelt dann doch manchmal andere Ergebnisse. Und die Aufgabe ist es dann, zu entscheiden, wie viel man mit dem Fluss schwimmen kann und will, und inwieweit neue Pläne sinnvoll und machbar sind.

Genau gesagt bedeutet dies:
Die Coronazeit hat uns seelisch sehr zu schaffen gemacht, und das haben wir an unserem eigenen Energiehaushalt leider gemerkt. Mit Eröffnung war die Krise vorbei, aber die seelischen Wunden blieben. Wir hatten durch die Chocolaterie so viele "Baustellen" auf einmal, dass wir mehr Bereiche als Energie hatten. Außerdem gab es viele Kassenprobleme und die damit verknüpfte Verbindung zum Onlineshop, sodass wir das Marketing rund um den Onlinebereich stark reduzierten. Wir durften auch feststellen, dass es als StartUp und als Nicht-Österreicher sehr mühsam ist, Kunden zu gewinnen. Wir haben viele Wege versucht, hart gearbeitet und glauben, dass wir am Ende die falsche Zielgruppe angesprochen haben und aus einem geschwächten Energiehaushalt heraus. 

Wir arbeiten seit über 2 Jahren 7 Tage die Woche, denn auch wenn manche Tage geschlossen oder nur halbtags geöffnet sind, bedeutet es nicht, dass wir an diesen Tagen frei hatten. Wir haben auswärtige Termine angenommen, Quellwasser geholt, Wiederverkäufer beliefert, Kundengespräche geführt, Seminare gehalten, im Onlinebereich gearbeitet, Emails beantwortet und Finanzen geregelt.
Wir sind am Ende unserer Kräfte. Nicht, weil das Leben als Selbstständiger anstrengend ist, sondern weil wir mit falschen Segeln auf dem großen Wasser herum trieben im übertragenen Sinne. Wir überlegen nun, wie wir unsere Segel setzen müssen, um wieder Fahrt aufzunehmen. 
Das bedeutet: Unsere Hauptkundschaft sind nicht die Güssinger, auch wenn wir uns mehr regionale Kunden gewünscht hätten. Wir wollen aber wertschätzend und dankend hier erwähnen, dass die Güssinger, die bei uns Stammkunden geworden sind, genau deswegen so gerne wieder kommen, weil sie uns, unsere Produkte und die Liebe zum Produkt sehen, fühlen und schmecken. Das gilt für unser Standardsortiment gleichermaßen wie für wechselndes Sortiment mit Eis, Mehlspeisen und saisonale Sorten. Insbesondere unser Erdbeerkuchen wird extrem gut angenommen. Wir sind sehr stolz auf die Feedbacks und unsere großartigen Google Bewertungen, die uns darin bestätigen, dass unsere Idee und Umsetzung gut ist und unser Familienbetrieb Potenzial hat, zu wachsen.

Unsere neue Außendeko ist etwas mutig gewählt, fühlt sich für uns aber sehr stimmig an. Wir haben uns zwei Jahre lang versucht, anzupassen und Regionalität hervor zu heben mit Uhudlerschokoladen, Kürbiskernen, regionalen Früchten (soweit möglich), regionale Destillate und burgenländisch-rustikales Mobiliar. Auch in Sachen Sprache ist uns erst durch das Leben hier bewusst geworden, wie viele Wörter wir neu lernen dürfen. Dabei durften wir feststellen, dass egal wie sehr wir uns auch bemühten, es immer jemanden gab, der uns deutlich zu spüren ließ, unsere Integration sei zu wenig. Da wir unabhängig unserer Bemühungen es nicht geschafft haben, dass unsere Integration wertgeschätzt wird, haben wir uns dazu entschlossen, wieder wir zu sein. Wir sind stolz auf unsere Herkunft und haben daher das Sylt-Feeling auf die Terrasse gezaubert mit Strandkörben, Dünengras, Sylt Rosen und einer dekorativen Möwe, die dazwischen sitzt. Wenn ein Türke seinen Kebap anbieten "darf", der Inder sein indisches Restaurant und der Chinese sein asiatisches Buffet, so wollen wir nun unsere Herkunft zeigen. Dass wir uns in unserer Wahlheimat weiterhin schätzen, steht dem nicht im Widerspruch: regionale Erzeugnisse werden weiterhin verarbeitet und wir unterstützen regionale Betriebe privat ebenso wie beruflich. Wir verbinden unsere Herkunft mit unserer Wahlheimat und wollen darauf weiter aufbauen, jedoch wie gesagt mit ein paar Anpassungen nach dem Motto "Nachfrage bestimmt das Angebot".  Das soll hier also keine Lästerrunde sein über all jene, die nicht zu unseren Kunden gehören, sondern lediglich unsere Beobachtungen zeigen, auf welche wir unser Konzept neu ausrichten müssen und daher die Sortierung während des Betriebsurlaub notwendig ist.

Die meisten Kunden kommen größtenteils von außerhalb und von dort überraschenderweise auch viele Aufträge in einer Größe, die wir aktuell nicht stämmen können. Nicht weil es körperlich nicht geht (auf Sylt habe ich 400-800 Tafelschokoladen pro Tag erzeugt), sondern die Aufteilung der Räumlichkeiten und manches Inventar es nicht her gibt. Wir sind selbst überrascht, wie viele Anfragen wir erhalten für Großbestellungen, Seminare für ganze Firmenfeiern oder Schulklassen, Busreisen und vieles mehr. Das heißt: Wir sind zu groß für Güssing, aber zu klein für all die Aufträge, die wir annehmen könnten. Und daher gilt unser Betriebs"urlaub" der Umstrukturierung. Wir werden planen, wie es danach weiter geht, damit es wirtschaftlich attraktiv bleibt bzw. wird und wir die Kundenwünsche umsetzen können, jedoch auch all die damit zusammen hängenden bürokratischen Hürden kennen und damit arbeiten müssen. Wir haben unglaublich viele Ideen, was wir wie umsetzen können und wollen, aber eine Idee will eben gut überlegt und umgesetzt sein. 

Unser Plan ist daher, euch nach zwei Wochen "Auszeit" mitteilen zu können, wie es weiter geht, ob und wann wir für mögliche Umbauarbeiten die Schließung erneut umsetzen. Wie gesagt, es gibt viele Ideen und Möglichkeiten. 

Wir sind gespannt und voller Motivation, auch wenn es oft nicht einfach ist, aber wir lieben die Region und unsere Arbeit, weshalb wir eine Optimierung als einen notwendigen Schritt halten. Man könnte auch sagen, jetzt ist der richtige Zeitpunkt, zurück zu unserem Ursprungs-Konzept zurück kommen. Wir wissen, was geht und was nicht geht, und darauf bauen wir nun auf.

Folgt uns gern auf Social Media, um über Neues auf dem Laufenden zu bleiben und schaut gern online vorbei für eure schokoladige Bestellung ;-)